Komplettsystem vs. Eigenbau

Die Windows Home Server Community ist seit Ihren ersten Tagen im Jahr 2007 in zwei Gruppen gespalten. Die einen, die eine fertige Home Server Hardware inkl. der Windows Home Server Lizenz von einem Hersteller wie zum Beispiel Acer, Fujitsu-Siemens oder Hewlett-Packard kaufen und die anderen, die zum Händler ihres Vetrauens gehen und dort die Einzelkomponenten erwerben, die sie dann später persönlich oder mit Hilfe von Freunden oder Bekannten zusammensetzen.

Beide Wege haben Ihre Vor- und Nachteile, doch was ist denn nun der beste Weg, oder besser gesagt: Wer sollte welchen Weg gehen?

Einfach ist es, wenn man in einen Elektrogroßhandel geht, sich ein fertiges Gerät aussucht welches schon komplett auf das Windows Home Server Betriebssystem abgestimmt ist. Genau das erreicht man mit dem Kauf eines Media Smart Server von HP oder eines Scaleo Home Server von Fujitsu-Siemens, oder eines der anderen Geräte. Diese Server entsprechen genau der Anforderung, welche Microsoft an die Hardware zur Unterstützung des Windows Home Server gestellt hat. Die Hardware ist also zertifiziert, was auch äusserst wichtig ist, denn das Windows Home Server Betriebssystem baut auf einem Windows Server 2003 auf, für den es nicht immer alle Treiber gibt. Beispielsweise können diverse Grafikkarten nur mit einem Standard-Grafikkartentreiber betrieben werden, weil der Hersteller dieser Adapter das Windows Server Betriebssystem nicht im Vertriebsfokus hat. Nimmt man es genau, so muss man schon zugeben, dass eine 512 MB Grafikkarte in einem Server im Normalfall keinen Sinn macht, aber es mag Ausnahmen geben. Die fertigen Geräte sind vorinstalliert und es benötigt keine Raketenwissenschaften um sie zu Hause zum Laufen zu bekommen. In der Verpackung liegt ein Dokument bei was die Installation und Konfiguration bis ins kleinste Detail beschreibt. Der Server wird vom Hersteller voll supportet und bei Problemen kann man sich ohne Weiteres an die Hotline des Anbieters wenden. Zu empfehlen ist dieser Weg für jeden, der sich im Bereich IT nicht gut auskennt oder einfach nur ein Gerät haben möchte, was Out-Of-The-Box funktioniert. Da die Hardware der Geräte wie oben schon einmal erwähnt, zertifiziert ist, ist der reibungslose Betrieb gewährleistet.

Und dann gibt es noch den zweiten, den steinigen Weg! Einige der Leser würden nun sofort anfangen mich mit Kommentaren zu bombadieren, wenn ich diese Aussage so stehen lassen. Der Weg muss natürlich nicht immer steinig sein, doch man muss sich an ein paar Regeln halten, damit der Server später auch einwandfrei funktioniert. Das Wichtigste ist die Kompatibilität der Hardwarekomponenten, was bedeutet, dass die Hersteller der Komponenten Treiber für das Windows Server 2003 Betriebssystem mitliefern sollten. Manchmal funktionieren auch Windows XP Treiber, doch der reibungslose Betrieb ist so nicht umbedingt gewährleistet. Das Schöne am Eigenbau ist es, dass man den Server von Grund auf selbst planen kann. So ist die Erweiterung der fertigen Geräte häufig nur beschränkt möglich. Beispielweise können Media Smart Server und Scaleo Home Server intern mit maximal vier Festplatten bestückt werden. Dies wiederum bedeutet, dass weitere Datenträger extern und meist unter Verwendung eines weiteren Netzteils angebunden werden müssen. VIA geht mit dem NSD-7800 einen anderen Weg, denn hier verwendet man ein größeres Gehäuse, in dem acht Festplatten genutzt werden können. Die Eigenbauer lachen darüber, denn die können die Entscheidung selbst fällen. Gibt es ein Gehäuse mit mehr als acht Einschüben so verwenden sie es einfach.

Wie man schnell feststellt gibt es Vor- und Nachteile bei beiden Wegen! Ich selbst habe mich für den ersten Weg entschieden. Nicht, weil ich keine Ahnung von IT hätte, nein, viel eher wegen dem Zeitfaktor, denn der spielt auch eine große Rolle. Mir war es wichtig, dass ich ein Gerät bekomme, was ich auspacke, einstecke und es funktioniert. Ich wollte nicht erst lange nach einer geeigneten Hardware suchen, diese dann installieren und eventuell noch auf Fehlersuche gehen. Ich habe aber auch keine riesigen Anforderungen an meinen Server, denn ich nutze ihn nur um darauf Daten abzuspeichern und diese per Fernzugriff verfügbar zu machen. Profitieren kann ich natürlich auch von der Backupfunktion, die ich heute nicht mehr missen möchte.

Eine unserer Umfragen hat aber einmal ergeben, dass mein Weg wohl nicht der meistgegangene ist! (Umfrage im Forum) Demnach setzen die Leser des Blogs/Forums doch eher auf Geräte der marke Eigenbau.

Das kann viele Gründe haben.

Der häufigste Grund wird aber wohl die Erweiterbarkeit sein, denn so richtig erweiterbar sind die fertigen Windows Home Server Geräte nicht. Wie man immer wieder im Forum lesen kann, möchten die Anwender gerne Steckkarten, wie zum Beispiel TV-Karten implementieren, was in ein Standardgerät einfach nicht rein passt!

Ist das wirklich der Grund? Wie sehr Ihr die Situation? Was sind Eure Gründe? Was hat Euch zu Eurer Entscheidung gebracht? Sollte der Windows Home Server der nächsten generation eventuell lieber auf dem Windows 7 Betriebssystem basieren, um so eine bessere Hardwareunterstützung zu haben? Welche Funktionen sollte eine neue Version leifern?

Wir würden uns freuen, wenn Ihr uns ein paar Kommentare zu diesen Fragen hinterlasst.

13 Kommentare

  1. Selbstbau keine Frage. Da bestimme ich wieviel Strom ich verbrauche, welche Performance das System hat und welchen Schnikschnak 😉 man noch einbaut. Fuer mich ist der Stromverbrauch das wichtigste. Mit Greenpower und deren Freunde (CPU, chipset, ..) kann ich selbst kalkulieren und bestimmen. Ausserdem ist es der Spass an der Freude. Und ich kann ein richtig grosses Gehaeuse nehmen (tim taylor manier) und ordentlich Festplatten einbauen ;-).

  2. Hi@all
    die Bandbreite der Anforderungen ist doch sehr groß
    -von einfach einschalten bis zur WollMilchSau

    denke da an die Diskussionen um die Aldi-PC-Klasse –> möglichst viel drinn für „billigbillig“

    Ein besserer Weg wäre
    -was darfs kosten?
    -was muß das Gerät können?
    -verlange ich Service oder kümmere ich mich selbst um Problemlösung?

    Meine Erfahrung mit dem WHS ist das die Standardfunktionen, egal auf Fertig oder Selbstbau-Versionen, bestens klappen
    Sobald über den Standard hinaus gegangen wird können Probleme auftreten.

    Auf welcher Basis der nächste WHS aufsetzt wäre für mich weniger wichtig – schon die 2003er Basis hat auf diversen alten und auch neuen Konfigurationen ihr Können gezeigt
    -hat jemand Hardware wo WHS garantiert nicht läuft?
    OK ne alte 40er HDD – lol – die Mindestvoraussetzungen sollten schon da sein
    falls Windows 7 die Anforderungen weiter nach unten schiebt – um so besser!

    Was fehlt ist m.M. eine Möglichkeit die Client-Anzahl zu erhöhen ohne einen zweiten WHS zu brauchen oder eine Verbesserung der Medienbereitstellung für Abspielgeräte

    sind so meine Gedanken

    Gruß Armin

  3. Hallo Armin,

    die Frage ist natürlich, wer mehr als 10 Clients im Haus hat. Eventuell sollte man 10 Clients inklusive haben und dann so ein Add-On Pack kaufen können. So hätte man wenigstens die Cahnce auf eine Erweiterung.

    Gruss

    Christoph

  4. Dem Statement von meinem Vorredner locke703 schließe ich mich einfach mal an. Er hat, für mich, genau den Kern der Sache getroffen.

    Ich denke es geht in erster Linie um das, was man erwartet – Persönlich habe ich für mich Bastelfreude mit NAS Funktion im Sinn gehabt. Inzwischen betreibe ich einen WHS auf Shuttle K45 Basis, vorher war es ein kleiner Midi-Tower. Viele Komponenten haben es ins Shuttle geschafft – man sieht also, das die DIY-Kisten ihren Charme haben. So bestimmt man eben selbst was das Gerät können soll und ist gleichzeitig flexibel. Ich mag auch die Alles-in-einem-Box-Lösung von HP, jedoch wiegt die Freude am zusammenstellen im Endeffekt schwerer. Die Begeisterung ist es, die mich dazu treibt solche Pakete zu schnüren, zu bauen und dann im Betrieb zu halten. 😉

    Bye,
    Nico

  5. Ich bin auch eher der Freund der Selbstbaulösung, allerdings auch nur, weil ich eine System brauche an welchem STÄNDIG Veränderungen möglich sein müssen, sowohl was Soft als auch was Hardware angeht.

    Wenn man aber eh nur die Standardfunktionen des WHS nutzt (die wohl den meisten auch reichen) macht es kaum Sinn einen Eigenbau anzustreben.

    Wer aber gerne bastelt, mehr will, mehr braucht, oder alles zusammen der ist mit einer OOTB Lösung wohl nur eingeengt.

  6. Hi,

    Gedankenspiel: Du wirst öfters von guten Freunden gefragt ob du nicht mal deren Rechner anständig installieren und konfigurieren möchtest
    -> klaro, nur mach das mal bei manchen alle paar Wochen
    machste ein Backup auf dem WHS – klappt ja prima
    -> 10 Clienten sind spätestens dann zu wenig wenn sich rumspricht das dem Einen sein zerschossener Rechner in 0,nix wieder lief

    Ganz schick ist, eine ausreichende Internetgeschwindigkeit vorausgesetzt, eine VPN-Lösung und dann geht ein Restore auch mal übers I-Net neben einem netten Schwätzchen – zur Not auch mal ein extra Backup

    Da wären dann mehr Client-Lizenzen schon klasse – ohne gleich einen 2. oder 3. WHS extra installieren zu müssen

    Ebenfalls denke ich das der Clientzähler/Verwalter sicher noch im WHS dabei ist und nur wieder zu aktivieren wäre
    -> Kleinigkeit für Microsoft

    selber hab ich 3 Clienten Mama, Tochter, Papi und noch 3 Versuchs und Probier-Rechner (XP/Vista/Win7)einen Benutzer für Webcam und Mediaclient –> bleiben nur noch 3 Gast über

    aber ich bin überzeugt das Christoph solche und andere Wünsche als MVP gerne an der richtigen Adresse vorträgt sollte sich eine Gelegenheit dazu ergeben

    Gruß Armin

  7. Hi- das meiste wurde bereits von Vorrednern gesagt, oft hat man noch nen ausgedienten PC oder alte Komponenten, die man einsetzen möchte.
    Meine erste WHS Installation war auf einem Pentium III 866 mit 768MB RAM und ner 4MB Graka, sowie ner 160er IDE Festplatte- WHS läuft mit den Standard Funktionen einwandfrei. Über die WOL und hibernate Funktion hält sich der Stromverbrauch in Grenzen :-). Zwischenzeitlich bin ich auf ein Mini ITX Board mit Celeron 1200 von Intel umgestiegen.
    Auch hier reicht die Perfomance mehr wie aus. Treiberprobleme hatte ich bisher keine.
    Die Idee, den WHS als Backupsystem für die Bekannten zu verwenden hat Ihren Reiz, tendiere aber eher zur Image Erstellung via Ghost oder True Image auf USB HDD.
    Gruss Martin

  8. Pingback: Home Server Blog » Blog Archive » Du hast noch keinen Home Server?
  9. Hallo alle da draussen!!!

    Zwar ist das hier sozusagen falsche baustelle da ich amahi home server benutze(auf fedora basis) aber ich bin der meinung eigenbau ist eindeutig besser.
    erstens einmal wegen der möglichkeit das alte kastl das in der ecke steht zu verwenden (kein cent ist weg) und zweitens wegen der ausbaufähigkeit.
    mir gehts hier zwar nicht um 4 oder mehr festplatten aber um tv-tuner,…
    und da ich ein linux system verwende kann mir das „kompatibilitätsproblem“ ziemlich egal sein…wir sowieso alles erkannt (zumindest bei mir!)

    also dann
    ciao
    berni

  10. Der Homeserver ist vergleichsweise „Dumm“ aber er sollte 24H durchlaufen also wäre Datensicherheit und Stromverbrauch das Hauptkreterium < zumindest nach meiner meinung.
    Mich würde mal interessieren was weniger strom verbraucht ein eigenbau oder ein fertiges system

  11. Hallo zusammen,

    also ich denke über den Kauf eines vollständigen Systems nach, da es sich scheinbar preislich nicht wirklich lohnt sich selbst die Mühe zu machen.

    Ich stelle seit fast 20 Jahren meine Rechner selbst zusammen und erfahrungsgemäß ist die Erweiterbarkeit ein Argument was eigentlich nicht zieht, da der LifeCycle der Bauteile einfach zu kurz ist um sinnvoll einen Computer sinnvoll nachzurüsten.

    Das Vergnügen am rumschrauben ist ein sehr subjektives Argument, welches ich nachvollziehen kann, aber die Begeisterung lässt halt irgendwann nach.

  12. Hallo,

    also ich habe nach langem überlegen auch einen eigenen zusammengestellt.
    Kriterium war auch die Erweiterbarkeit aber auch die Zusammenstellung und Betriebssystem.
    Kann den Server auch über Wake on Lan ganz einfach mit einer kleinen start.bat datei einschalten und auch wieder ausschalten. War aber auch ehrlichgesagt mein erster PC den ich in einzelteilen zusammengebaut habe. Aber vollkommen zufrieden.
    Motherboard ist ein Mini ITX mit Intel Atom , 2GB DDR-RAM und Onboard Raid Controller.
    Das alles ist in dem Chenbro ES34069 Gehäuse mit 4x 1TB Festplatten. 2 Stück habe ich jeweils gespiegelt und ziehe diese während dem normal Betrieb heraus (Blitzschutz-Sicher).
    Als Betriebssystem habe ich Windows XP Prof laufen. Die lizenzen sind mittlerweile so billig und man kann auch ohne Probleme alles damit konfigurieren. Habe z.B. jetzt neuerdings auch DLNA Server darauf laufen für meinen Samsung Fernseher.

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