SQA-5H Umbau auf D510MO Motherboard

6

Im heutigen Artikel schreibt unserer Forumsuser FrankP in einem Erfahrungsbericht vom Umbau des Tranquil SQA-5H auf ein anderes Motherboard. Vielen Dank an Frank für den Bericht!

Der WHS SQA-5H vom britischen Hersteller Tranquil besticht durch einen relativ niedrigen Energieverbrauch und durch das flexible Festplattenmanagement; seine 5 Wechselrahmen bieten selbst für anspruchsvolle Datensammler ausreichend Speicherplatz.

Im Modell der 1. Serie war das Intel Atom 330 Board D945GCLF2 mit dem weniger sparsamen 945GC-Chipsatz verbaut, welche jedoch erst kürzlich durch das Nachfolgemodell ersetzt wurde. Die aktuelle 2. Serie beherbergt jetzt den brandneuen Intel D510 als zentrale Prozessoreinheit und NM10 Express Chipsatz. Grund genug, über eine Aufrüstung nachzudenken.

Über den wirtschaftlichen Sinn einer solchen Umstellung auf die aktuelle Prozessorgeneration wird am Ende des Erfahrungsberichts ganz kurz eingegangen. Primär geht es hier um die technische Machbarkeit. Für jemanden, der gerne aktuelle Geräte sein eigen nennt, eine zwangsläufig wichtige und nicht unwesentliche Frage. Das Fazit sei vorweggenommen: ja, es geht – zudem relativ problemlos.

Nun aber Schritt für Schritt. Ein Intel D510MO Motherboard ist zum Straßenpreis von ca. 60€ zu beosrgen.  Zusätzliche Hardwareanschaffungen sind nicht erforderlich, es muss wirklich nur das Board gewechselt werden.

Nach Entfernen des Gehäuses, offenbart sich die Systemplatine bereits in voller Pracht. Weitere vier Motherboard- und eine Raid-Controller-Schraube später hängt diese nur noch an Kabeln mit den restlichen Komponenten verbunden. Bei dem von Tranquil verbauten Atom 330 Board wird anstatt des CPU-Lüfter ein Kühlkörper verwendet, der die Abwärme seinerseits wiederum an das Chassis abgibt. Dieser Kühlkörper ist fest am Chassis verschraubt, so dass sich die Systemplatine insgesamt leicht lösen lässt.

 umbau1

Obwohl Tranquil alle Steckverbindungen zusätzlich mit Heißkleber fixiert hat, lassen sich diese relativ leicht lösen (die nachfolgende Abbildung zeigt exemplarisch die beiden internen SATA-Anschlüsse und den Stecker für den Ein/Aus-Schalter; zusätzlich sind noch zwei USB-Stecker und der Speicherriegel fixiert).

umbau2

Nach dem Entfernen aller Anschlüsse muss als nächstes der Kühlkörper vom Chassis gelöst werden. Hierzu ist zunächst der Wechselrahmenträger auszubauen, da man sonst nicht an die sechs Befestigungsschrauben des Kühlkörpers herankommt. Nach Reinigen der Rückstände der Wärmeleitpaste wurde es jetzt Zeit für einen ersten Probelauf mit dem neuen D510-Board.

umbau3

Ein erster Test mit fliegender Verdrahtung zunächst ohne und dann auch mit Festplatten verlief einwandfrei. Bei Zusammenbau war das einzige Problem, dass der serienmäßig beim D510MO verbaute Kühlkörper etwas höher war als der zuvor beim Atom 330 installierte, fest montierte Kühler. 3mm starke Distanzstücke verschafften dem Motherboard die nötige Luftfreiheit und einem endgültigen Zusammenbau stand nicht mehr im Wege. Der Abstand zur Gehäusewand ist ausreichend bemessen, so dass diese zusätzlichen 3mm Bauhöhe kein Problem darstellen.

Lediglich auf die Abdeckung der ehemaligen VGA-/COM- und Druckeranschlüsse (von Tranquil liebevoll „Service Plate“ genannt) musste verzichtet werden, da das neue Board nicht über dieselben Anschlüsse verfügt.

umbau4

Nach Installation aller notwendigen neuen Treiber läuft der SQA-5H seitdem einwandfrei. Fazit: Operation geglückt, Patient lebt. Die Temperaturen befinden sich auch nach dem Umbau im grünen Bereich.

hwmonitor

Technisch bringt die Umrüstung vom D945GCLF2 auf das aktuelle D510MO den SQA-5H nicht wirklich noch weiter nach vorn. Der bessere integrierte Grafikchip ist bei einem WHS effektiv nutzlos. Auch wenn’s ganz nett war, dass das Board den angeschlossenen Samsung 2343BW über VGA (!) in seiner nativen Auflösung von 2048×1152 Pixel angesteuert hat. Bereits vor dem Umbau war die Rechenleistung für einen Homeserver dicke ausreichend. Rein gefühlsmäßig ist der Umbau an dem Gesamtsystem spurlos vorbei gegangen.

Die Frage der Wirtschaftlichkeit eines solchen Umbaus lässt sich recht leicht in Cent und Euro ausdrücken.  Der Stromverbrauch im Betrieb liegt mit drei installierten WD10EA(C|D)S im Mittel bei etwa 40W. Mit dem alten Board lag dieser Wert bei etwas über 50W, so dass sich eine effektive Ersparnis von nicht ganz 15W ergibt. Und diese Messergebnisse beantworten dann auch die Frage nach dem wirtschaftlichen Nutzen. Bei einem angenommenen kW/h-Preis von 0,20€ und einer täglichen Laufleistung von 14 Stunden ergibt sich eine jährliche Ersparnis von ungefähr 15€. Selbst wenn man das alte Board für angenommene 30€ weiter verkaufen kann, dann würde sich der Umbau trotzdem erst nach 2 Jahren amortisieren. Wirtschaftlich betrachtet ist ein solcher Umbau zumindest fraglich. Aber gut, dass es nicht immer nur um die Wirtschaftlichkeit geht. Ich würde es wieder tun.

Über den Autor